chucks in the sand

Nach meinem Abi ging ich im Herbst 2004 als Au Pair nach Norwegen.Wieso das zum größten Teil eine Katastrophe wurde, erfahrt ihr hier. Ausserdem möchte ich euch Tips geben, wie ihr einen möglichst schönen Au-Pair-Aufenthalt haben könnt, denn an sich ist das etwas, was man auf jeden Fall machen sollte. Auch ich bereue meinen missglückten Aufenthalt nicht.

Schritt 1: Die Agentur

Führend sind Agenturen wie EF. Diese Agenturen bieten allerdings nur die herkömmlichen Länder wie Amerika, England und Frankreich an. Wer also ein etwas ausgefalleneres Ziel hat, muss sich höchstwahrscheinlich an eine kleinere Agentur wenden. Diese haben dann Partneragenturen in den anderen Ländern, im Gegensatz zu den Großen, wo die Agentur meist direkt vor Ort ist. So ist zumeist auch eine bessere Hilfe in schwierigen Situationen gewährleistet. Außerdem haben größere Agenturen Vorschriften, an die sich Gastfamilien und Au Pair halten müssen, was z.B. Taschengeld und Arbeitszeiten betrifft. Andererseits hatte ich bei meiner Agentur immer nur mit derselben Person Kontakt, ihr gehörte die Agentur und sie kannte die Besitzer ihrer Partneragenturen auch persönlich. Am Tag vor der Abreise rief sie mich an und wünschte mir Glück und auch über meine Zeit in Norwegen hinweg hatten wir regelmäßig Kontakt. Sie sagte mir auch, dass ich nicht die erstbeste Familie nehmen solle, sondern lieber auf die Richtige warten sollle. So hat jede Agentur ihre Vor- und Nachteile.

Meine Agentur: la agencia, Au pair Agentur, Elke Eichhorn, Mühlengasse 10, 40213 Düsseldorf. http://www.au-pair-eichhorn.de

Schritt 2: Kontaktaufnahme mit der Familie

Meine Gastmutter Marit rief mich an und schickte mir Briefe mit Informationsmaterial über Aalesund. Das erste Gespräch war ganz schön stressig, ich war sehr nervös und stellte viele Fragen zu Norwegen, Aalesund und der Familie, weil ich das ls höflich erachtete und der Meinung war, dass ich diese Dinge ja auch wissen müsse, um mich zu entscheiden. Dieser Meinung bin ich noch immer. Marit erzählte mir später, sie habe gedacht, sie müsse sich entschuldigen, dass sie nicht aus Oslo kamen, weil ich eigentlich dort hinwollte, und ich würde sonstwas von ihr verlangen, nur weil ich Interesse bekundete. Hier finde ich liegt die Schuld eindeutig bei ihr, denn wenn sie schon da nicht mit mir zurecht kam und mich nicht verstand, hätte sie mir nichts vorspielen und mich zu sich nach Hause holen sollen. Aber sie brauchten ja unbedingt ein Au Pair...

Schritt 3: Die Anreise

Ich war noch nie geflogen und hatte schreckliche Angst davor. So wollte mich meine Oma erst hinfahren, aber die Idee verwarfen wir schnell wieder. Eine Freundin von mir arbeitete in einem Reisebüro und suchte mir Zug-, Schiff- und Flugverbindungen heraus. Da Aalesund über keinen Bahnhof verfügt und die Reise sehr lang und teuer geworden wäre, entschied ich mich dann doch fürs Fliegen. Ich flog also über Oslo hin, wo ich mein ganzes Gepäck wieder über den Flughafen schleppen musste, aber immerhin war der Flughafen schön. Mein erster Eindruck von Norwegen war ein sehr relaxter Flughafen mit viel gemütlichem Holz, in dem eine Gruppe junger Norwegerinnen Gitarre spielten und dzu sangen. Der Flughafen von Aalesund dagegen war sehr klein, und ich war froh, dass mein Gastvater Henning es schaffte, mich abzuholen, Marit hatte mir nämlich gesagt, da führe ein Bus direkt bei ihnen vors Haus, den könnte ich nehmen. Naja, der Bus wäre erst eine Stunde durch Aalesund gefahren, hätte dann an einer Landstraße gehalten, von der aus ich mit meinen 2 Koffern und 2 Taschen auf einen Berg hätte steigen müssen, auf dem das Neubaugebiet lqg, in dem die Familie wohnte. Die Begrüßung war herzlich, aber ich war totmüde und ging schnell ins Bett.

Schritt 4: Der erste Tag

Mein erster Tag in Norwegen war ein Sonntag, was ganz sinnvoll war, da ich so die Familie besser kennenlernen konnte. Morgens weckten mich Henning-Marius (4) und Helene (2), weil sie ganz aufgeregt waren, und ich gab ihnen Geschenke. Was wir sonst an dem Tag machten, weiss ich nicht so genau, ich weiss nur, dass ich mit mir und dem Start unzufrieden war. Trotzdem sagte Marit mir abends, dass sie mit meiner Arbeit zufrieden sei, und ich dachte noch, komisch, aber wenn sie meint... Naja, später stellte sich raus, sie meinte nicht.

Schritt 5: Kontaktaufnahme

Im Vorfeld hatte Marit sich erkundigt, wo man in der Nähe Musik machen könnte. So ging ich gleich am nächsten Tag abends zu einem Chor (www.ungdomskoret.com). Ich merkte schnell, dass in Norwegen Jugendliche viel über die Kirche organisiert sind. So lernte ich vor allem dort Leute kennen. Die Jugendlichen waren alle sehr nett, viele sprachen Deutsch und alle kümmerten sich toll um mich. Zum Bestandteil der Probe gehörte auch, dass sich ein Mitglied des Chores Gedanken über den Glauben machte und diese dann auf seine Weise den anderen näher brachte. Die Organisation über die Kirche ist in Norwegen völlig normal. Außerdem sind die Jugendlichen sehr positiv, fröhlich und kontaktfreudig, ganz anders als man es immer über die nordische Mentalität hört, sie haben gute Zukunftschancen in ihrem Land und Selbstbewusstsein. Auf jeden Fall ist es wichtig, schnell Kontakte zu knüpfen, manchmal hat man sogar Glück und die Freundschaft hält über die Au-Pair -Zeit hinaus.

Schritt 6: Der Alltag

Ich hab jetzt lange darüber nachgedacht, wie ich das am Besten gliedere, aber ich denke ich schreibe einfach alles auf, wie es mir in den Sinn kommt und füge dann ans Ende noch Tipps an.

Also. Mir wurde am nächsten Tag klar, warum Henning und Marit so schnell ein Au Pair brauchten. Als wir zur Sprachschule fuhren, trafen wir nämlich ihre Putzfrau, und, Überraschung, die war hochschwanger. Mir wurde also von Marit noch eine Einführung in "Wie sauge ich Staub ohne dabei die Möbel zu zerkratzen" gegeben, und das wars. Naja, die Möbel kamen bei Marit fast vor den Kindern, da durften die nämlich nicht drauf spielen oder so, und wenn die Sonne schien, wurden die Jalousien runtergelassen, damit die Möbel keinen Schaden nahmen. Alles andere in der Hausarbeit erklärte Marit mir nicht. Ich war ihr erstes Au Pair, und das merkte man. So wurden mir immer mehr Aufgaben gestrichen, weil ich kleine Fehler machte, und ich musste, weil ich den Rest der Zeit angeblich zu wenig gearbeitet hatte, meinen freien Tag durcharbeiten. Aber so funktionierten einfache Abrbeiten wie Betten machen und Wäsche waschen nicht. Das Bett machte ich, wie man es in Deutschland macht, das gefiel Marit nicht, und die Waschmaschine war auf norwegisch beschriftet, und statt mir zu erklären, wie ich sie einzustellen hätte, sagte sie, sie hätte Angst, dass ich ihre Wäsche ruiniere, und entzog mir auch dies Aufgabe. Die Wäsche wurde auch zum Thema in ihren Gesprächen mit der Agentur, in denen sie sich über mich beschwerte. Am ersten Tag sagte sie mir, ich könne meine Wäsche ruhig bei ihnen mitwaschen. Ich entschied mich dazu, weil ich eh zu wenig Wäsche für eine so große Waschmaschine dabei hatte und ja die Aufschrift auch nicht verstand. Sie sagte dann der Agentur, ich würde meine Wäsche einfach immer bei ihnen mit reintun. Genauso erzählte sie der Agentur, die 2-jährige Helene sei mir auf dem Weg zum Kindergarten weggelaufen, kann leider nicht stimmen, ich durfte die Kinder nicht einmal zum Kindergarten bringen. Und sie beschwerte sich, dass ich mich weigern würde, ihr Auto zu fahren. Hm, sie hatten einen Lieferwagen, mit dem ich fahren sollte. Bin ich auch. Nur leider kam ich auch bei vorderster Sitzeinstellung nicht ganz an die Pedalen ran. Ich zog mich also am Steuer nach vorn und stellte mich auf die Pedale, so bin ich dann die Serpentinenstraße runtergefahren, in einem Neubaugebiet mit vielen Kindern, und konnte weder richtig zur Seite, noch nach vorne gucken, noch Tempo und Bremse richtig kontrollieren.

Ich machte immer mehr Fehler. Es war wie ein Teufelskreis. Ich machte etwas nicht ganz so, wie Marit es wollte, sie schrie mich an, ich bekam immer mehr Panik, stellte mich deswegen doof an und sie schrie weiter. Das auch vor den Kindern, naja, man kann sich ja denken, dass die so nicht viel Respekt vor mir hatten. Nach kurzer Zeit sagte sie mir, sie brauche mich nicht, ich könne gehen. Irgendwann sagte sie, ich sole mich den Kindern nicht mehr nähern, als sie dann schrien wollte sie mich rauswerfen, weil ich mich nicht gekümmert hätte...

Bald bekam ich leichten Verfolgungswahn. Zu Hause kontrollierte mich Marit, sobald ich in die Stadt ging, traf ich die Putzfrau oder einen der mit Marit oder Henning verwandt oder bekannt war, und die riefen Marit dann an und sagten ihr, wo ich wann was gemacht hatte. Marit wollte mir sogar sagen, wie oft und wann ich micxh zu duschen hätte, das war das erste Mal, dass sie mir sagte, ch dürfe sonst nichts mehr mit den Kindern zu tun haben.

Der einzige, mit dem ich mich etwas verstand, war Hennng, ich half ihm, in Deutschland ein Auto zu kaufen, und erst erzählte mir Marit, was er sagte, wenn sie über mch sprachen, und ich fühlte mch von ihm völlig verstanden. Doch er arbeitete den ganzen Tag und irgendwann erzählte Marit ihm Lügen über mich und er wurde auch wütend auf mich. Mir erzählte sie dann, wie unzufrieden Henning mit meiner Arbeit sei, und das machte mich fertig.  Meine Arbeit bestand eh nur noch aus bügeln und den Geschirrspüler en- und ausräumen. Ich musste immer Hennngs Hemden bügeln, bei uns zu Hause trägt niemand Hemden, daher war das etwas schwierg, aber ich wusste ja, dass man das Hemd über das Bügelbrett zieht und dann bügelt, aber spitze Bemerkungen nach einiger Zeit, wie:"oh, you finally learned the technic" halfen auch nicht wirklich. Aber zu bügeln gibt es viel in einer Familie, die ihren Schlafanzug jede Nacht wechselt...

Naja, am letzten Abend wollte ich unbedingt alleine zu dem Chor fahren, um mich zu verabschieden. Aber obwohl ich sagte, es könne spät weden, wollte mich Hennning unbedingt hinfahren und abholen. Die Mitglieder des Chores hatten kleine Reden vorbereitet, und Arild, der Leiter übersetzte sie mir. Ich fand es unhöflich zu gehen, und rief Henning um 11 an, ob er mch abholen könne. Das war ihm zu spät und er sprach kein Wort mehr mit mir, lies mich im Flur im Dunkeln stehen und verschwand. Am nächsten Tag stand ich um 6 auf, machte für alle Frühstück, ass etwas, putzte mein Zimmer und mein Bad, dann fuhr Henning mich nach Moa, wo er mich mit meinen 2 Koffern und 2 Taschen abstellte und wortlos wegfuhr. Der flybus kam eine halbe Stunde später und fuhr mindestens eine Stunde durch Aalesund zum Flughafen. Ein sehr alter Mann und der Busfahrer halfen mir mit meinem Gepäck. Ich musste noch meine Tickets umtauschen, dann ging es wieder los gen Heimat.

Fazit 


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